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Das akademische Lehrprogramm: KAKUAKMO

KARLOWITZ - KUNST - AKADEMISCH - MODERN




"Der Künstler ist kein Lehrer, weil die Kunst für Ihn immer Eines ist".  - Bernhard Karlowitz



Die Bildende Kunst:

Ihre klassischen Formen Malerei, Studie und Zeichnung

stehen für den Künstler stets in Verbindung zur Wahrnehmungsschule. 


Bernhard Karlowitz lehrt die Freie Bildened Kunst nach ausgezeichnetem und langjährigem Schaffen als Freischaffender Künstler.  

In seinem eigenen Werk hat er die figurative Temperamalerei, die Dimension der malerischen Geste sowie eine zeitgenössische Besetzung der bildsprachlichen Anwendung von Komposition und Form zu einer unverkennbaren, modernen Malhaltung ausformuliert.  

Studienschwerpunkte MALEREI

Das Portrait

Die Mumienportraits der Antike und die Portraittradition des Quattrocento, des Cinquecento, die malerische Befreiung  durch Künstler-Urgewalten wie  Rembrandt van Rijn (1606–1669)  und  Diego Velázquez (1599–1660)  und dann die Sinn- und Formsuche der Moderne  sind die Eckpunkte einer Verortung in der Kunst des gemalten Portraits jenseitig von politischem Symbol oder Dekoration oder oberflächlicher Kopie eines Photos. Künstler portraitieren den Moment, die Begegnung, die Dimension des Portraitierten. 

Bernhard Karlowitz diplomierte an der Kunsthochschule Kassel mit einer vielbeachteten Portraitausstellung, für die er eine Auszeichnung der Hochschule und eine Förderung des Landes Hessen erhielt. Er entwickelte seine Portraitmalerei in Freien Projekten und Aufträgen konsequent weiter und leistete gar Echtzeit-Portraitaufträge im Standbildformat im Garten seiner Auftraggeber oder ein großes Live-Portraitprojekt mit der Staatsgalerie Stuttgart. 


Bernhard Karlowitz lehrt das Portrait aus seiner modernen Malhaltung heraus, welche die Portraitkunst als Tradition fortsetzt und gleichsam in ihrer formalen Konsequenz eine malerische Antwort auf die Fragen der klassischen Moderne definiert.

Paysage Intime - die Schule der Landschaft

Die Landschaftsbetrachtung und der Wunsch, ihr Bild „in der Höhle“ oder „im Haus“ zu haben, entspringen einer urmenschlichen Sehnsucht, die den domestizierten Menschen evolutionär auf seine Ursprünge zurückverweist. Schon in der Bronzezeit wurden Landschaftsmotive in Wohnräume gemalt. 

Das Paysage Intime markiert eine fundamentale inhaltliche Korrektur in der Kunstgeschichte an der Schwelle zur klassischen Moderne: Natur soll hierbei weder dekorative Tapete, noch idealisiertes göttliches Abbild oder psychologisiertes Seelenlandschaftssymbol im Stile eines Caspar David Friedrich (1774–1840) sein. 

Die Landschaft wird als eigenständiges Gegenüber begriffen, dessen situativer Authentizität wir im unmittelbaren Erleben des Ortes – im Durchleben und Durchmalen der Begegnung – malerisch Rechnung tragen. 

Figuration

Figuration bedeutet in der modernen Malerei, dass sich ein Etwas im Prozess formiert: Es „figuriert“ sich. Diese Prämisse setzt ein Material voraus, aus dem heraus sich die Figur überhaupt erst konstituieren kann. Dieses Konzept, das von Hans Platschek (1923–2000) tiefgreifend problematisiert wurde, markiert einen fundamentalen Bruch mit der konventionellen Auffassung, man könne ein Objekt isoliert vor einen Hintergrund setzen.


Die klassische Bildidee – wie sie im Quattrocento (15. Jahrhundert) und Cinquecento (16. Jahrhundert) zur Bewältigung monumentaler Malprojekte von großer narrativer Dichte entwickelt wurde – unterteilte den schöpferischen Prozess systemisch in Vor- und Ausarbeitungseinheiten. Vor der modernen Malhaltung kollabiert diese traditionelle Ordnung. 


Der Entstehungsprozess des Bildes vollzieht sich heute in der dialektischen Dynamik zwischen Material, Bildfläche und Künstler.


Die malerische Form und die chromatische Diskussion dominieren als selbstständige, formale Elemente das Geschehen und zwingen den Künstler in die reaktive Rolle eines Moderators. Figuration entsteht erst dann, wenn die malerische Auseinandersetzung zur Form gerinnt und der chromatische Bildraum sich ihr produktiv entgegenstellt. 


In diesem Sinne ist Figuration weit mehr als „eine Figur malen“, „gegenständlich arbeiten“ oder „etwas erkennbar abbilden“. 


Sie ist die Quintessenz dessen, was die Malerei der Moderne im Kern bedeutet.

Danke, Hans Platschek

– Meine persönliche Reminiszenz an die Bildtiefe

Ich hatte das Privileg, als Student an der Kunsthochschule Kassel (in der Klasse „Neue Malerei (+ Medien)“ von Professor Rolf Lobeck) am Gastseminar von Hans Platschek teilzunehmen. Er erzählte viele Anekdoten aus der Kunstszene der 1950er-Jahre, deren Teil er war, und zeigte malerische Tricks, die er als solche entlarvte.

In einer Gruppenkorrektur vor meiner Malerwand betrachtete er eine meiner Arbeiten, die das Vergehen von Form, Struktur und Farbe im Matschgrau-Grün des Herbstbodens thematisierte. Er sagte mir, dass die malerisch-gestalterische Einheit des Bildraumes mein Fundament sei – und dass das von mir thematisierte „Vorne–Hinten – Vorne–Hinten“ der Schlüssel zu dem sei, was ich tue.

Damals war das ein Orakelspruch für mich, den ich nie vergaß. Fast zwanzig Jahre später schrieb ich einen Aufsatz zur Figuration und plötzlich dachte ich an Hans Platschek und unsere Begegnung zurück. 

Heute erscheint sie mir als Anker vieler meiner künstlerischen Auseinandersetzungen, für die ich unendlich dankbar bin.

Anmerkung

Die vollständige Geschichte meiner Begegnung mit Hans Platschek veröffentliche ich derzeit in einer mehrteiligen Essay-Serie in meinem bernh-art BLOG.

Studienschwerpunkte MALEREI

Ton - Valeur - Sequenz - Geste

Die in Fachkreisen der Archäologie und der Kunst gleichermaßen bewunderte Erforscherin der Welten antiker Malerei, Ingeborg Scheibler ( 1929)*, legt in ihren Monographien dar, daß wir heute davon ausgehen dürfen, daß zu homerischer Zeit – also zwischen 1200 und 800 v. Chr. – ein ausdifferenzierter Farbbegriff, wie wir ihn kennen, nicht existierte. So, wie ein Weinkenner Geschmacksnuancen erst schmecken kann, wenn er sie begrifflich definiert, so obliegen wir heute der tabellarischen Idee Farbe als rationales Konzept.


Bernhard Karlowitz begann sich als Künstler um das Jahr 2012 intensiv mit dem Erdfarbregister zu beschäftigen und entwickelte daraus einen neuen, chromatisch-konzeptionellen Ansatz für seine Malerei. Aus diesen praktischen Erfahrungen erwuchs ein Lehrmodul für gestalterische Hochschulen, welches er 2015 als Gastdozent in Seminaren und in akademischer Korrespondenz vorstellte: „Die sequenzielle chromatische Konzeption im Erdfarbregister im Gegensatz zur opponierenden chromatischen Konzeption für die Malerei.“


Die Malerei setzt hierbei konzeptionell dort an, wo sie im Sinne der Werktradition resultiert. Chromatische Konzeption wird in dieser Schule zum ästhetischen Gerüst der Bildgestaltung. Sie führt nicht nur an die tonmalerische Logik des figurativen Bildaufbaus des Quattrocento und Cinquecento heran – sie schenkt dem Maler die Freiheit im Sinne der Moderne bei gleichzeitiger gestalterisch-ästhetischer Sicherheit, wie sie aus einer harmonischen Prädisposition für die Komposition im Schöpfungsakt der Musik resultiert.


Bernhard Karlowitz verbindet seinen konzeptionellen Ansatz mit der Valeurdiskussion, die unerbittlicher Prüfstein der Malerei in seinem Studium in der „Klasse für Neue Malerei + Medien“ von Prof. Rolf Lobeck an der Kunsthochschule Kassel in den 1990ern war. 


Aus diesem Lehrkontext läßt Bernhard Karlowitz die Techniken des Tempera-Farbauftrages und die malerischen Gesten, die sie gestattet, integrativ vermittelt und konzeptionell sowie gestalterisch-malerisch verknüpft entstehen.

Die menschliche Figur

Text in Arbeit

ZEICHNEN

Paul Cézannes monoinstrumentale Aufgabe für uns

Paul Cézanne zeichnete mit Graphit und er arbeitete monoinstrumental. 


Die monoinstrumentale Graphit-Studientechnik ist das wichtigste Medium der Modernen Bildenden Kunst. In der bevorzugten Verwendung nur eines Graphitstiftes in einem Härtegrad übermittelt Paul Cézanne uns nicht nur seine künstlerisch-moderne Haltung, sondern auch in welcher Art sie zur künstlerischen Form wird.


Die unmittelbar geführte Linie ist das seismographische Abbildungs-Medium seiner künstlerischen Empfindsamkeit; sie bildet den Moment der künstlerischen Genese – der Entstehung seiner Kunst – ab. Ihr liegt eine Chronologie inne, die den Prozess der Kunstgenese graphisch spiegelt und der Kunst eine neue, weitere Ebene als formales Kriterium verleiht. 


Paul Cézanne führt damit den Maßstab ein, welcher die klassisch-künstlerische Zeichnung der alten Meister von der des Modernen Malers trennt.

Die Selbstmedialisierung des modernen Künstlers

Die cézannesque Idee markiert den Moment der Einforderung der Selbstmedialisierung des Künstlers im creativen Prozess. 


Unabhängig einer spezifischen künstlerischen Formdefinition leben in der Folge Künstler der klassischen Moderne diese Idee, atmen, durchleiden oder peitschen sie durch ihr Werk. 

Ausweis Moderner Malhaltung

 Die künstlerisch-formale Expression wird im Werk Oskar Kokoschkas (1886–1980) vor die Idee Bild an sich gestellt. Der Duktus, die radikale Linie wird zum nervösen, sezierenden Psychogramm. 


Egon Schieles (1890–1918) hochpräzise Linienführung kommt der Dokumentation einer Berührung gleich, wir tasten uns an den Körpern seiner Modelle entlang. 


Käthe Kollwitz (1867–1945) erforscht in ihrem graphischen Werk die Grenzen der Abbildbarkeit menschlichen Leids, ihre künstlerische Empathie mit jeder Schraffur sichtbar atmend. 


Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) widersetzt sich dem Versuch, einen Künstler zum Aufgeben oder Schweigen zu bringen. Selbst isoliert und verarmt in den Schweizer Bergen dokumentiert er kompromißlos offen authentisch sein Schicksal.


Zeichnen, Studientechnik und das unmittelbare Abbild der künstlerischen Beobachtungssensibilität sind der wahre Ausweiß der Modernen Malhaltung.

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