Diese Seite ist eine Entwurfsfassung. Der Entwurf ist zur Prüfung der Kooperationspartner und zur Fertigstellung bereits publiziert, wird aber in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Danke.
—Konzeptzur Vorlage vor der Jury der Projektausschreibung zum »Münsterjubiläum« —
Ein klassisches Diptychon, welches umfaßt:
• Ein Standbildportrait mit mindestens 200 cm Höhe, klassische Temperatechnik auf Leinwand, ausgeführt in der symbolischen Tradition der Meister
• und — auf dem zweiten diptychialen Teil — ein Landschaftsgemälde mit der identifikatorischen Kulisse mit Münster.
Bernhard Karlowitz ist mit Auszeichnung diplomierter Absolvent der Kunsthochschule Kassel. Er studierte bei Professor Rolf Lobeck, Professor Droktor Ursula Panhans–Bühler und Hans Platzschek. Als Künstler der Kassler Schule ist Karlowitz eine Ausnahmeerscheinung unserer Epoche.
Bernhard Karlowitz ist nicht nur figurativer Maler und Zeichner, der sowohl im öffentlichen Raum als auch als Auftragskünstler eine erfolgreiche Künstlerbiographie gegen den Mainstream seiner Zeit erstritt, er trat auch immerwieder als Ideengeber und Projektgestalter intelligenter Kunstprojekte in Erscheinung, welche seine Kunst in den Kontext des kontemporären Diskurses stellten.
Sein Städteprojekt »Malerei in um von nach mit Heilbronn« generierte mehr als hundert Gäste zur Vernissage im Hagenbucher-Gebäude in Heilbronn, erweckte landes- und bundesweit Aufmerksamkeit, wurde von ungewöhnlich hohem Bürgerinteresse begleitet, das freien Kunstprojekten nur selten gelingt. Seine Kunstkonzepte stellten sich kontrovers in das zeitgenössische Verständnis von Kunst und Malerei als Form, insbesondere die »Staatsgalerie-Serie« und das Live-Portrait-Projekt in Kooperation mit dem Lindenmuseum Stuttgart, Museum für Völkerkunde.
• Das Wirken von Münsterbaumeister Professor August von Beyer im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und
• die Legende und symbolisch überepochale Tragweite der historischen Erzählung um Johann Konrad Huggele — bekannt als das »Ulmer Muggele« — und Frau Huggele.
Bernhard Karlowitz dankt Richard Géczi für seine Zusage als beratend unterstützende Funktion für die verfahrenstechnische Ausführung des Kunstprojektes. Insbesondere für die Wahl und Ansprache des »heutigen Muggeles« und für die Hilfe der Wahl des Ortes für die Landschaftsmalerei und strukturelle Ratschläge bei der materiellen Umsetzung des aufwändigen, großformatigen Projektes ist Herr Géczi, da er nicht nur Kenner des Themas und der Umgebung, sondern auch selbst Künstler ist, von unschätzbarem Wert sowohl für ein Gelingen der tiefgreifenden Aussagenerfassung als auch für die praktische Ausführung.

Foto links: Ausschnitt eines Tempera-Selbstportraits von Bernhard Karlowitz im Erdfarbregister aus dem Jahr 2014
Das traditionelle Standbildportrait der Malerei ist Symbol für die überepochale Wertbeimessung, die eine soziale Relevanz, eine historische Dimension transportiert.
In unserer Zeit ist das Portrait als Form der Kunst zum rein oberflächlichen Effekt verkommen. Das klassische Portrait, welches in der traditionellen Malsitzung in Echtzeit gemalt wird, wobei die Technik der Meister aufgegriffen wird, setzt die Portraittradition der Kunst fort, die schon in der Spätbronzezeit zu Bedeutung gelangte und die zivilisatorischen Entwicklungen Europas fortan künstlerisch und historisch dokumentiert.
Bernhard Karlowitz verbindet diese Tradition mit dem Anspruch der Moderne der Malerei und besetzt die Entscheidungsvoraussetzung der Nominierung des Portraitierten in einen aufgeklärten Kontext:
Wichtig sind nicht Personen allein aufgrund ihres hierarchischen Status, sondern aufgrund einer tatsächlich bemerkenswerten Leistung oder Haltung für die epochale Gesellschaft und darüber hinaus.
In der Portraitkunst, die Bernhard Karlowitz schon in seiner mehrfach ausgezeichneten Diplomarbeit thematisierte, begreift der Maler das Portrait noch radikaler als in der Zeit Paul Cézannes oder Édouard Manets. Er besetzt einen kompromißlosen Kontrapunkt zur medialen Vermischung mit Fotografie oder Video und macht die absolute, unkorrigierte Echtzeitmalerei ohne Nachbearbeitung als Abbild des Begegnungsmomentes zum chronologisch-empathischen Dokument der Malerei.
Indem er das tut, bezeichnet er mit seinem Portrait endgültig die Anerkennung des Individuums an sich als maßgebliche Motivation des Portraits und rückbezieht es somit wiederum auf den kulturell-evolutionären Ursprung der Tradition in der Trauer- und Erinnerungskultur — man denke an die antiken Fajum-Mumienportraits (1. — 3. Jh. n. Chr.).
Genau dieses Prinzip wird im Bau des Ulmer Münsters in der Annäherung an die Moderne durch den Baumeister Beyer vorweggenommen. Bernhard Karlowitz bezieht sich initiatorisch auf diese Leistung Beyers:
Er verewigt die Legende vom »Muggele« und seiner Frau in Form von portraitistischen Arbeiten, welche das Ulmer Münster in den Kontext eines Symbols stellen, welches nicht elitär in die Lebenskultur der lebendigen Kulturgemeinschaft gestellt wird, sondern die Kulturgemeinschaft tatsächlich in ihrer leidenschaftlichen Sehnsucht nach identifikatorischem Zusammenhalt aufgreift.
Der »Muggele« steht für den einfachen Ulmer, der das Münster als überepochal identifikatorisches Symbol ausweist, welches den Menschen Lebensinhalt und Lebenssinn verleiht — eine übergeordnete ideelle Instanz.
Genau wie in der Zeit des »Muggele« sind wir heute in einer Epoche, in welcher Einzelpersonen nur »gelabelt« interessant werden. Sie sind Vertreter einer Gruppe, die interessant hervorgestellt werden soll, oder sie sind schlichte Hierarchieträger.
Der unbenannte Einzeltyp ohne »Vertretungscharakter« für irgendeine Art von »Message« scheint wieder — wie damals — vergessen zu werden. Genau dieser Typ ist es jedoch, der als puristisches Symbol für die vereinheitlichende Funktion des Münsters und seiner Menschen weiterhin — und wieder — repräsentiert werden muß.
der in Zusammenarbeit mit Herrn Richard Géczi gefunden werden soll, entsteht ein Kunstsymbol, das sowohl für die epochal übergreifende Dimension des Münsters als Prozess der stetigen Erneuerung, des Werdens und des Seins steht, als auch für seine Kraft als tatsächliches Gemeinschaftssymbol eine Reflexionsfläche der Menschen ihrer Epoche — und somit prozesshaft — epochenübergreifend zu sein.
Im Diptychon wird die identitätsgebende Kulisse auf einem Flügel des Gemäldes (im Landschaftsteil) zum Verknüpfung von Ort (Ulm und Umgebung) mit dem Portraitierten auf dem Portraitflügel: eine schlichter Person ihrer Zeit (vertreten durch den Bauhelfer).
Bernhard Karlowitz erarbeitete eine neomoderne Form des Portraits, welches im Diptychon die bedingliche Verknüpfung von Begegnungsmoment und Situation mit dem Portrait verbindet. Die Landschaft ist hierbei in der Bildform Diptychon kein Hintergrund oder atmosphärisches Beiwerk sondern in der Kunstaussage ebenbürtig.
Die renommiertesten, öffentlichen Arbeiten, in welcher er seine diptychiale Weiterentwicklung des großen Portraits in dieser Form vorstellte, waren die monumentale »Staatsgalerie-Serie« (2009) in Zusammenarbeit mit dem Museum »Staatsgalerie Stuttgart« und das siebenteilige Tempera-Gemälde »Das Portrait des Zeichenmachers«, welches im Jahr 2009 im »DOM« / Deutschordensmünster Bad Mergentheim, präsentiert wurde.
Der Maler begreift im Rückgriff auf die echtzeitlich-bedingliche Momentanität des Sujets Landschaft — so, wie er für die Moderne Gültigkeit erlangte — das Portrait als momentan unikatären Anknüpfungspunkt an Ort und Zeit, an die Einzigartigkeit von Begegnung an sich.
In dieser künstlerischen Form gelingt ein Portrait-Landschafts-Diptychon, welches sowohl die Stadt Ulm und die Ulm umgebende Kulturgemeinschaft als das gemeinsam empfundene Kontinuum ihrer Regionalkultur und -identität in einem bleibenden Kunstwerk symbolisiert.
Die Wirkung des Gemälde-Diptychons ist im ersten Moment für den Betrachter sowohl klassisch-malerisch als auch modern, da Bernhard Karlowitz Malerei im Strich und Geste unmittelbar die Schule der klassischen Moderne visuell vermitteln.
Das Raumeinnehmende Konzept der diptychialen Arbeit beruft sich dabei auf die postmodern installative Raumkonzeption.
Die Arbeit strahlt somit unmittelbar verschiedene Epochen erkennbar aus.
In zweiter Instanz wird das Gemälde-Diptychon für den Betrachter die epochal übergreifend sozial-bindende Kraft des »Projektes Münster« manifestieren.
Über die Einbindung von Künstler; Projektpaten Herrn Géczi und Portraitiertem kann zusätzlich zum Zugang über Textinformation die
Das Gemälde-Diptychon hat eine klassisch raumeinnehmende Wirkung und kann
Das Kunstwerk eignet sich hervorragend als Druckabbild,
die Kunstaussage sowohl
in hervorragender Weise nachhaltig zu dokumentieren.
Zur Anregung einer
ist das Kunstwerk als Printerzeugnis von unschätzbarem und nachhaltigem Wert.

Bernhard Karlowitz schloß sein Studium der Freien Bildenden Kunst in der renommierten Malklasse von Professor Rolf Lobeck an der Kunsthochschule Kassel mit Auszeichnung ab. Bernhard Karlowitz hat sich in fast 30 Jahren ununterbrochener Meisterpraxis als Temperamaler in der figurativen Schule Hans Platscheks (bei welchem Karlowitz ein Jahr studierte) eine solitäre Stellung in der zeitgenössischen europäischen Portrait- und Monumentalmalerei erarbeitet. Sein Werk zeichnet sich durch die kompromißlose Rekonstruktion und Weiterentwicklung der klassischen Tafelbild- und Fresco-Verfahrensweisen im reinen Echtzeit-Vollzug aus. Die kompromißlose Integrität seiner Malhaltung dokumentiert sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen und bedeutenden institutionellen Projekten und Kooperationen.
Ankäufe des Landes Baden-Württemberg: Ein Schlüsselwerk aus dem Œuvre des Künstlers — die 20-teilige Weinbergserie
Bernhard Karlowitz’ Kunst erfuhr ihre Dokumentation und Rezension unter anderem als offizielles Frontispiz in dem repräsentativen Gedenkband »Der Verleger Franz Distelbarth« (Verlag der Heilbronner Stimme, 1998) sowie durch den umfassenden Beitrag zu seinem Triptychon »Katharina von Heilbronn — nothing left to lose« in einer Sonderausgabe der renommierten »Heilbronner Kleist-Blätter«.
»[...] und schließlich das Format — eine Vorliebe fürs Quadrat, aber niemals zentral besetzt, sondern das Motiv häufig flüchtig, wie im Übergang eingefangen. Seine Sensibilität für Stimmungen, wie sie aus Bewegungen, momentanen Regungen, aus Tonwerten der Farbe kommen, prädestinieren ihn für Musikerporträts. Daß die Musik die Porträtierten ›an einen anderen Ort‹ trägt, ›anwesend — abwesend‹, dafür fand er erstaunlich evidente bildnerische Mittel. Es waren keine deskriptiven Musikerporträts; vielmehr übersetzten sie die Verschmelzung mit dem Instrument im Akt des Musizierens in optische Formen, vergegenwärtigten die hörende und motorische Konzentration der Musiker, das Instrument war nicht manipuliertes Attribut, sondern Zentrum der optischen — und musizierenden — Aufmerksamkeit.«
»Bernhard Karlowitz hat sich (...) eine eigenständige künstlerische Position jenseits der Kategorien realistischer und abstrakter Kunst erarbeitet, die man als eine Veränderung der Voraussetzungen von bzw der Einstellung zu heutiger Malerei und unserem Verständnis der Abbildfunktion bezeichnen könnte.
Das ist eine Veränderung der Sicht auf die Malerei, zugleich ein altes, nicht nur malerisches Problem, welches unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten immer wieder in der Kunstgeschichte abgehandelt wurde, hier anders und neu interpretiert.
Er läßt sich weder von seiner Malerei noch von einem — vielleicht imaginären — Auftraggeber unter Druck setzen. Er läßt das Portrait aus einer gemeinsamen Situation, eigentlich einer Idee hervorgehen, die vorrangig, zumindest aber kommunikativ voraussetzend ist.
Die Malerei setzt das fort, was Gemeinsamkeit war.«
(Auszüge aus Künstlerischen Gutachten, 2001)
Im Rahmen des Projektes entsteht ein Kunstwerk, welches im reinen Ankaufswert — je nach letztendlicher Formatgröße der Landschaft und der Ausgestaltung — einen Wert im niederen bis mittleren fünfstelligen Bereich darstellt.
Euro 5.000,–
Finden Sie präzise Einornungen der hier genannten Zitate und kontemporär-akademische Analysen unter der Rubrik Exegese auf dieser Seite.
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Sie finden vertiefende Informationen zur Portraitkunst von Bernhard Karlowitz in der Rubrik Echtzeit-Portrait auf dieser Präsenz.
Sie finden eine ausführliche Analyse des Kunstprojektes »Staatsgalerie-Serie« und weitere Analysen unter der Rubrik »Werkmonographien« auf dieser Präsenz.
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