Künstlerische Evidenz und historische Verortung
Die Werkmonographien leisten künstlerische Evidenz und Einordnung. Sie werden nach dreißigjähriger Werkgenese anhand exemplarischer Einzelarbeiten und Werkzyklen analysiert und konzeptionell verortet.
Bernhard Karlowitz ist als erfahrener Analyst aus der außenstehenden Betrachtung selbst Autor der Texte. Die Textpassagen des betrachtenden Analysten sind aufwendig redaktionell gestaltet und in der dritten Person verfaßt.
Seine methodische Distanzierung folgt Hans von Marées (1837–1887) nach, welcher in seinen theoretischen Schriften und Briefen die eigene Arbeit mit forensischer Härte sezierte, um eine übergeordnete formale Vision im Spiegel der Tradition und im Widerstand gegen den Zeitgeist zu begründen.
Die Künstlerselbstreflexion hat somit nicht nur den Beleg zeitgenössischer Relevanz und künstlerischer Evidenz zum Ziel; sie verortet sich überdies in der Formsuche des Künstlers im Spiegel der Epoche und im Erbe der Kunst. Sie knüpft an der Traditionslinie an, welche – nach dem Vorbild von Marées – die Künstler des »Blauen Reiters« und andere Meister der klassischen Moderne verfaßten, um autonome Formfindung nicht nur künstlerisch-formal, sondern eben auch intellektuell-distanziert im Sinne einer formalen Vision zu erfassen.
Authentische, unmittelbar getätigte Äußerungen des Künstlers sind als solche gekennzeichnet und in der ersten Person Singular abgefaßt.
die Liste der vorgestellten Werke und Werkzyklen mit kursorischem Vorspann. Sie können von dort die deutsche oder englische Sprachversion anwählen.
sind zur Betrachtung und zum weiterführenden Diskurs willkommen. Termine finden nach schriftlichem Vorgespräch und Terminvereinbarung statt.
Die Präsentation wird für die Ateliergäste individuell und selektiv vorbereitet. Bitte nutzen Sie das Kontaktformular. Sie erhalten eine persönliche Antwort von Bernhard Karlowitz aus dem Studio Heilbronn.

Zur Monographie über das freie Kunstprojekt »Die Staatsgalerie-Serie«. Die konzeptionellen Fundamente wurden im Vorfeld von Bernhard Karlowitz und dem damaligen Direktor Sean Rainbird in dessen Amtszimmer an der Staatsgalerie Stuttgart diskutiert, woraufhin die Genehmigung zur Realisation innerhalb der monumentalen, von James Stirling entworfenen Rotunde erging. Dieser bedeutende Porträtzyklus reflektiert das Genre der Bildniskunst im Spannungsfeld zwischen historischer Tradition, ursprünglicher Intention und seiner Verortung für eine Neue Moderne.
Die Werkaussage und die zeitgenössische Rezension markieren Karlowitz’ avantgardistische Position in der Formfindung seiner Neuen Moderne, für welche die Form des Portraits in der Einheit von Erlebnis-, Begegnungs- und Kunstakt selbst als Symbol steht.

Zur Kadmos-Geschichte nach Ovid, Buch III, generierte sich auf mehreren 30 Meter langen Bahnen chinesischen Papiers die zeichnerische Form, in welcher ein dreißigjähriger Formfindungsprozess schließlich mündete. Das daraus gelöste Dokument definiert die Einzelposition der Zeichnung im Œuvre des Malers.
Die selbstreflektive Öffnung in die Moderne Albrecht Dürers (1471–1528) und Egon Schieles (1890–1918) definiert sich in der schlagstockartig observativ-authentischen Monolinie als prozessualer Erkenntnismoment des Kunstaktes, der jenseits formal-ästhetischer Kriterien positioniert ist.

Folgt bald.
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