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English Profile

Bernhard Karlowitz

Atelierportrait: Künstler Bernhard Karlowitz barfuß auf Stuhl vor monumentaler Sackleinen-Leinwand.

»Ich bin kein Künstler —

ich moderiere die Entstehung von etwas Seiendem. Im Gestaltungsakt der Malerei – in der unbändigen Reibung zwischen Material, Maler, Motiv und Moment. 

In der Interaktion sprechender Valeurs, denen ich die Geste gebe, male ich im Erleben. In der absoluten Einheit von Erlebnis- und Malakt bin ich das Werkzeug dieser formgestaltenden Synthese: Kunst.


Intuitiv-lebendige, malerische Geste bildet Begegnungen ab; ist verbindliche Form meiner Malerei.


Ich empfinde meine Kunst als radikale Konsequenz der Moderne – bin zutiefst verbunden mit der Meisterschaft des italienischen Quattrocento und der Philosophie der griechischen Antike.


Als Techniker arbeite ich in der Tradition der klassischen Studien- und Untermaltechnik. Ich führe die Temperamalerei in die volle chromatische Expression der Gegenwart, ohne ihre schlichte Brillanz, ihren poetisch-matten Schimmer und das feine Spiel der Lasuren zu verlieren.


Meine Kunst ist nicht vorhersehbar.


Sie ist nicht dekorativ.


Sie folgt keiner oberflächlichen Ästhetik.«

»Bernhard hat sich (...)


eine eigenständige künstlerische Position jenseits der Kategorien
realistischer und abstrakter Kunst erarbeitet, die man als eine Veränderung
der Voraussetzungen von
bzw. der Einstellung zu
heutiger Malerei
und unserem Verständnis der Abbildfunktion bezeichnen könnte.«

 







Professor Rolf Lobeck, Kassel, 2001 

Bernhard Karlowitz — Portraitist einer Neuen Moderne

Bernhard Karlowitz ist Freier Akademischer Bildender Künstler

Atelierportrait: Maler Bernhard Karlowitz im Unterhemd mit Malteller und Pinsel vor Oedipus-Gemälde.

Als figurativer Maler und Zeichner einer Neuen Moderne studierte er Freie Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel in der Klasse „Neue Malerei (+ Medien)“ von Prof. Rolf Lobeck. 


Im Kassel der Jahrhundertwende: 

im Spannungsfeld der Negierung freier Malerei, 

dem Kampf um ihr Existenzrecht neben Konzeptionalismus, malerischer Oberflächenästhetik, 

der virtuellen Begeisterung einer neuen Medienepoche, 

im Scherbenhaufen postmoderner Formfindungsexperimente. 


Ein prägendes Studiensemester bei Hans Platschek bestimmt die theoretische und malerische Tiefe seines Werkes bis heute. 

Die Temperatechnik für die Neue Moderne

Ausstellungs-Portrait: Der Künstler Bernhard Karlowitz neben einem Tempera Portrait seines Vaters.

Karlowitz nutzt die historische Temperamalerei in der Tradition der klassischen Untermalung, modifizierte dieses Verfahren jedoch zu einem dynamischen Alla-Prima-Medium für Porträts in Echtzeitsitzungen, Figurationen und Landschaften. 


Der Künstler arbeitet an der technischen Verdichtung der Temperatechnik zur expressiv voll ausgeführten, erzählerischen Tafelbildmaltechnik. Malerei wird, wieder, zum bildsprachlich komplexen, visuell in sich geschlossenen Ereignisraum. 


Seit 2014 arbeitet sich Bernhard Karlowitz in der Beschäftigung mit den Schriften Ingeborg Scheiblers und Ranuccio Bianchi Bandinellis in die Verfahren der antiken Malerei und in das Erdfarbregister ein. 


Daraus resultierend entwickelt der Künstler eine sequenziell angelegte chromatische Maltheorie, die sich von der Farbkreisidee löst und die chromatische Bildaufgabe neu (und alt) begreift. 

Die Einheit von Mal- und Erlebnisakt

Portraitsitzung mit Modell: Künstler Bernhard Karlowitz malt ein Portrait im Garten in Stuttgart.

Karlowitz greift die Prämisse der Einheit von Mal- und Erlebnisakt in sakraler Verbindlichkeit auf und stemmt sich in seinem ganzen Werk gegen die kontemporäre Veroberflächlichung der Malerei, die für ihn so zur schlicht motivischen oder ästhetischen, künstlerisch substanzlosen Behauptung wird. 


Bernhard Karlowitz bestand auch unter dem daraus resultierenden weitestgehenden Ausschluss aus dem Präsentations-, Prämierungs- und Förderungssystem der 2000er-Jahre unnachgiebig auf die definitorische Ausformulierung seiner Konsequenz der Klassischen Moderne. 


Geste und unmittelbarer Malakt formulieren die empathische Ebene der künstlerischen Begegnung

Portraitfragment des monumentalen Tempera Standbildes FRAU MIT SPEER von Bernhard Karlowitz.

... und verbindet die malerische Aufgabe in die einheitliche Genese von Malerei, die als Ganzes über ihre materielle Form Kunst wird und dabei Intention, Motiv und die klassische Betrachtererwartung überwindet.


In einer Kunstkooperation mit dem Linden-Museum Stuttgart (Staatliches Museum für Völkerkunde) malte Karlowitz in einer Live-Session in Echtzeit die General-Konzertprobe der in Stuttgart gastierenden, chinesischen Musiklegende Xu Jiande und des sie begleitenden Gufeng-Ensembles auf einem großformatigen Diptychon, observativ direkt aus den Zuschauerrängen. 


Karlowitz malte Künstlerporträts, die in Erstbegegnungen im Termintakt der Gastierenden in Probe- oder Vortragsräumen in Einmalsitzungen vollendet wurden. 

Der Künstler reiste dabei als mobiles Atelier an und agierte in strukturell kontemporärer Modernität, ohne das Porträt als Form medial „abzukürzen“. 


Die Kunst – oder konkret: die Porträts, zum Beispiel des Tänzers und Choreographen Shang-Chi Sun (Taipeh/Berlin), des Theaterkenners und Publizisten Peter von Becker (Berlin) oder des Musikers und Komponisten Daniel Schnyder (New York) – entstehen aus dem Moment, „sind“ Begegnung – auch wenn sie so schnell sein muss wie die 2000er-Jahre. 

Ungewöhnliche Anschnitte und staatliche Würdigung

Modernes Temperagemälde von Bernhard Karlowitz: Sommer-Weinberg, kriechende Schatten am Nachmittag.

Die Komposition des Malers ist geprägt von ungewöhnlichen Anschnitten und Fragmentierungen, wobei die motivisch-klassische Bildaufgabe hinterfragt oder überwunden wird: 

Der Hintergrund kann zum gleichwertigen motivischen Symbol wie das Motiv selbst werden – so wie in der Staatsgalerie-Serie von 2008/2009, die die Tradition des Porträts diskursiv reflektierte, 


oder in den fragmentierten Weinberg-Landschaften, in welchen der Maler über die Fragmentierung motivisch-malerische Aufgaben zur rein abstrakt-malerischen Aufgabe herauslöste und als solche rein malerisch motiviert, die motivische Erwartungshaltung auflösend, im Bild etablierte. 


Eine der zentralen Arbeiten dieser Landschaftsfragment-Vielteile, die bis zu 24 oder mehr Einzelteile aufweisen, wurde vom Land Baden-Württemberg in Würdigung des künstlerischen Schaffens von Bernhard Karlowitz für die Kunstsammlung des Landes ausgewählt. 

Olympia @ Home Office - Schlußakkord eines Mythos

6-teiliges Temperagemälde von Bernhard Karlowitz: Olympia at Home Office, Fortsetzung v. Goya, Manet

Im Gemälde Olympia at Home Office zwingt der Maler den Betrachter über die Bildausschnitte und den malerischen Fokus der Einzelteile in einen konzipierten Betrachterabstand zum Motiv, lässt ihn am Motiv entlangrobben, es abschnüffelnd. 


Seine Olympia setzt das jahrhundertealte Motiv, das Maler als Fackel weiterreichen, mit einer modernen Frau im Homeoffice fort. 


Karlowitz’ Olympia ist nicht nackt, sondern sitzt am Laptop quer im Armsessel, mit Rock und lediglich entblößten Beinen, überschlagen über den Sesselarm und mit dem Stilettabsatz winkend. Über die Fragmentierung des Motivs ist die Fuß-Episode sexuell konnotiert und knüpft auf eine ganz „andere“, zeitgemäße Weise an die Maja-Thematik von Francisco de Goya (1746–1828) oder das Olympia-Skandalon von Édouard Manet (1832–1883) an. 


Karlowitz’ Olympia verlockt den Betrachter nicht, erwartet und empfängt ihn nicht, nimmt ihn nicht einmal wahr; 

er kann nur an ihrem Bild entlangrobben und findet seine Entsprechung in einem dekorativen Plastikhund, den Olympia in ihrem Stuttgarter Penthouse-Appartement im Raum platziert, 

während ein pflegeleichter Kaktus am Fenster vor der Aussicht auf die Dächer der Großstadt steht. 

Prämisse und Ausblick

Chromatische Verbindlichkeit einer erzählerischen Malerei

Bernhard Karlowitz begreift Hans von Marées’ malerisches Erbe als Chance für eine von Erzählverbindlichkeiten befreite Neue Moderne. 


Er verbindet diese Idee mit dem Konzept des malerisch-gestalterischen Aktes und der sich daraus im Bildraum entwickelnden Figuration, die nicht Gegenständlichkeit vor dem Raum ist, sondern aus chromatischer Interaktion generierte Figuration. 

Aktuelle Projekte und künstlerische Ausblicke

Aktuelle Werkzyklen umfassen großformatige Arbeiten zur Sophoklestragödie Oedipus sowie ein monumentales Triptychon zur Ilias von Homer. 

Sie folgen den Werkzyklen der frühen 2020er-Jahre zum Narkissos-Mythos nach Ovid und Karlowitz’ moderner Fortsetzung des klassischen Themas der Moderne „L’Après-midi d’un faune“: Le Faune au soir.


Diese Werkzyklen, die mehrere Großformate und Studien umfassen, werden derzeit dokumentarisch aufgearbeitet, in Bälde in Auszügen hier präsentiert und Gästen der Ateliergalerie vorgestellt. 


Für das Jahr 2026 ist eine Kooperation für die malerische Allegorie der darstellenden Kunst und des Künstlers in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Elia Ritter in Planung und bereits in Vorbereitung.


Dieser Webauftritt dokumentiert die Werkmonographien, den Entstehungsprozess und die kunsthistorischen Kontexte zentraler Projekte aus dem Œuvre des Künstlers.

Die Annäherung an das Werk: Dokument und Präsenz

Das observative Archiv — Die Atelierlesung und Werkmonographien

Maler Bernhard Karlowitz malt in seinem Sommer-Dach-Atelier mit nacktem Oberkörper am Oedipusgemälde

Das dokumentarische Archiv


Seien Sie dabei, wenn Bilder entstehen oder Zeichnungen nach ihrer kompromisslos-unmittelbaren Linie suchen. 


Im YouTube-Archiv ist der Entstehungsprozess des Oedipus-Gemäldes und des Ilias-Triptychons dokumentiert. 


In der Ateliercam sehen Sie zudem die Entstehung der monoinstrumentellen Graphit-Serie „Hekuba“. 

Die physische Präsenz — Der Werkraum und Echtzeit-Sitzungen

Ateliergalerie: Künstler Bernhard Karlowitz bei Hekuba-Serie, Graphit, monoinstrumental nach Cézanne

Das Atelier in Heilbronn


Die bernh-Art Ateliergalerie befindet sich in den privaten Werkräumen des Künstlers im Südwesten Deutschlands. 


Hier entstehen großformatige Temperabilder und zeichnerische Serien – und hier finden die Echtzeit-Sitzungen der Porträtaufträge statt. 


Besuche, Ateliergespräche und private Vorab-Besichtigungen der Zyklen sind ausschließlich nach vorheriger, schriftlicher Terminvereinbarung möglich.


Atelier Bernhard Karlowitz
Güldensteinstraße 78 (Atelier 1) | 74081 Heilbronn | Deutschland
T: 0049 (0) 7131 205247 | M: contact@bernh-art.de

 Die Besichtigung ausgewählter Werkzyklen für Sammler und Institutionen sowie Anfragen für Porträtsitzungen in Echtzeit sind nach vorheriger Vereinbarung möglich. Für tiefergehende Informationen zu den Sujets, den Formaten und dem Programm der Künstlerreisen nutzen Sie bitte den Bereich [Projekte / Aufträge] oder das Kontaktformular. 

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